| Datum | Stichwort |
| 10. – 15.08.2026 | F WALD 2 – Ausbreit. |
| Alarmierung | Einsatzende |
| 10.08. 11:45 Uhr | 15.08. 20:00 Uhr |
| Einsatzort | Laufende Nummern |
| Rodenbach Waldgebiet |
70 – 77 / 2026 |
| Fahrzeuge | Unterstützende Kräfte |
| ELW HLF 20/16 StLF 20 TLF 3000 LF 8/6 GW-L1 MTF (NR) MTF (OR) |
Feuerwehren: Main-Kinzig-Kreis Hanau Landkreis Offenbach Wetteraukreis Landkreis Aschaffenburg Technisches Hilfswerk (THW) DRK Malteser div. Rettungswagen Polizei HessenForst Bürgermeister Klaus Schejna |
Die Feuerwehr Rodenbach wurde am Montagmittag um 11:45 Uhr zu einem Waldbrand in den Bereich des Wochenendgebietes „Niederrodenbacher Wingerte“ alarmiert. Bereits auf der Anfahrt kristallisierte sich durch zahlreiche Notrufe heraus, dass es an zwei nahe beieinander liegenden Stellen gleichzeitig brennt. Sofort wurden die Kräfte aus Rodenbach auf beide Brandstellen aufgeteilt und umgehend mit der Brandbekämpfung und Lageerkundung begonnen. Darüber hinaus wurden die ersten Kräfte aus der unmittelbaren Nachbarschaft nachalarmiert.
Während die ersten Maßnahmen anliefen und weitere Kräfte herangeführt wurden, meldeten zahlreiche Anrufer eine weitere Brandstelle, welche nur kurz darauf auch durch den Hubschrauber der Polizei bestätigt wurde. Diese befand sich jedoch nicht im Bereich der Wingerte, sondern etwa 2,5 km Luftlinie entfernt im Wald hinter der Südhanghalle in Oberrodenbach.
Sofort wurde ein der Teil der anrückenden externen Kräfte hierhin umgeleitet, was eine größere Ausbreitung in diesem Bereich verhindern konnte. Sowohl dort als auch an der ersten Stelle konnte glücklicherweise nach kurzer Zeit Feuer unter Kontrolle gemeldet werden.
Nur kurze Zeit später wurden u. a. durch den Hubschrauber eine vierte Rauchsäule direkt am unteren Rand der Wingerte ganz in der Nähe der ersten beiden Stellen entdeckt. Dies machte abermals eine Umstrukturierung der Einsatzstelle und die Entsendung weiterer Kräfte notwendig. Ob es sich an dieser Stelle tatsächlich um eine separate vierte Einsatzstelle handelte oder ob sich die zweite Stelle über Funkenflug und Flugfeuer in den Rücken der Kräfte ausbreitete, lässt sich im Nachhinein nur schwer sagen.
2 Bilder: ©5vision.media
Da die Lage aber mit nun 4 Einsatzstellen schlagartig aufwuchs und sich zudem der Brand an zwei Stellen in rasender Geschwindigkeit ausdehnte, wurden vor Ort drei Einsatzabschnitte gebildet und auf dem Festplatz Am Aueweg ein großer Bereitstellungsraum eingerichtet. Auf diesem wurde die anrückenden Kräfte gesammelt und in die einzelnen Abschnitte entsandt. Darüber hinaus wurde dort nun eine zentrale Einsatzleitung durch den Main-Kinzig-Kreis mit Kreisbrandinspektor Markus Busanni an der Spitze eingerichtet, welche die übergeordnete Koordinierung der Großschadenslage übernahm. Ebenfalls am Festplatz wurde durch das DRK, im späteren Verlauf unterstützt durch die Malteser, eine zentrale Versorgungsstation für die Einsatzkräfte aufgebaut und über zwei Tage betrieben.
Feuerwehren aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis, aus Hanau, dem Landkreis Offenbach und der Wetterau unterstützten im weiteren Verlauf die Löscharbeiten.
Hinzu kamen Einheiten des Main-Kinzig-Kreises, das THW, das DRK und die Malteser, die Polizei und Hessen Forst. Auch drei Hubschrauber der Polizei waren zeitweise im Einsatz und unterstützten die Löschmaßnahmen durch gezielte Wasserabwürfe. Drohneneinheiten aus Hanau, Karlstein, des THW und der Polizei lieferten in den einzelnen Abschnitten wichtige Lagebilder aus der Luft.
2 Bilder: Kreispressestelle MKK
Eine besondere Herausforderung stellte wahrend des Einsatzes auch die Versorgung mit Löschwasser dar. Aufgrund des zeitweise enormen Wasserbedarfs wurde die Bevölkerung gebeten, ihren Wasserverbrauch vorübergehend zu reduzieren, um die generelle Trinkwasserversorgung nicht zu gefährden. Diese Bitte konnte am Dienstagmittag wieder aufgehoben werden.
Um das örtliche Wassernetz zu entlasten und den Fahrzeugverkehr im Wald besser zu strukturieren, wurde zusätzlich eine zentrale Wasserentnahmestelle an einem Hydranten in Hanau-Wolfgang und ein Pendelverkehr für alle Abschnitte im Einbahnstraßenverkehr eingerichtet.
Gemeinsam konnte der Brand bis zum Abend unter Kontrolle gebracht werden. Auch ein Übergreifen auf das Wochenendgebiet Wingerte und die Jagdhütte konnte buchstäblich in letzter Sekunde verhindert werden.
Luftbild: © Axel Häsler
Auch Bürgermeister Klaus Schejna war während des gesamten Einsatzes eng in die Lage eingebunden und verschaffte sich wiederholt vor Ort ein Bild von der Situation. Insbesondere die unmittelbare Nähe der Brandstellen zum Wochenendgebiet „Wingerte“ stellte auch für die Gemeinde eine besondere Herausforderung dar. Gemeinsam mit den Einsatzverantwortlichen wurde die weitere Entwicklung der Lage fortlaufend bewertet und notwendige Maßnahmen abgestimmt. Darüber hinaus übernahm Bürgermeister Schejna einen Teil der Presse- und Medienkommunikation und stand während des Einsatzes als Ansprechpartner für Medienvertreter zur Verfügung.
Über Nacht wurden die Kräfte abgelöst und der Brand soweit stabilisiert und in seinen Grenzen gehalten. Die Rodenbacher Einsatzkräfte waren am Montag mit ca. 40 Personen teils bis tief in die Nacht in den einzelnen Abschnitten im Einsatz.
Bereits um 05:30 Uhr am Dienstagmorgen rückten abermals 20 Rodenbacher Kräfte, zusammen mit Löschzügen aus 5 anderen Kommunen, zur Ablöse der nächtlichen Kräfte in den Wald.
Über den ganzen Tag wurden in allen Abschnitten intensive Nachlöscharbeiten durchgeführt und in den Nachmittagsstunden abermals eine Ablösung der Kräfte durchgeführt.
Ab Dienstagabend wurden die Einsatzkräfte massiv reduziert, sowie die Verpflegungsstation und die Einsatzleitung am Festplatz zurückgebaut. Die Einsatzstelle wurde ab diesem Zeitpunkt wieder komplett an die Feuerwehr Rodenbach übergeben.
Bereits beginnend in der Nacht um 03:30 Uhr und über den ganzen Mittwoch wurden intensive Kontrollfahrten und Nachlöscharbeiten durchgeführt. Von 18-21 Uhr kam nochmals externe Unterstützung in Form von Feuerwehren und Einheiten des THW zum Einsatz. Durch diese wurden die Schlauchleitungen und Gerätschaften in dem riesigen Einsatzgebiet zurückgebaut und einer zentralen Sammelstelle zugeführt. An dieser werden die Geräte in den nächsten Tagen gereinigt, sortiert und den jeweiligen Feuerwehren wieder zugeführt.
In der Nacht zum Donnerstag mussten abermals von ca. 0-5 Uhr einige Nachlöscharbeiten durchgeführt werden, da bei einer Kontrolle durch eine Drohne einige Glutnester und kleiner Stellen welche sich wiederentzündet hatten entdeckt wurden. Auch über den Donnerstag und Freitag kam es immer wieder zur Meldung kleinerer Glutnester oder kleinerer Rauchentwicklungen, welche jeweils durch kleinere Löschtrupps abgelöscht wurden.
Nachdem am Freitagabend die Fahrzeuge und Gerätschaften grob gereinigt wurden, gilt es in den nächsten Tagen noch verlorene Ausrüstung zurückzuführen und zerstörte bzw. beschädigte Gerätschaften zu ersetzen.
Glücklicherweise kam es im gesamten Einsatzverlauf zu keinen ernsthaften Verletzungen. Neben einigen leichten Kreislaufproblemen waren nur kleinere Blessuren zu verzeichnen.
Insgesamt waren alles eingerechnet rund 1.000 Kräfte, davon in der Spitze ca. 500 gleichzeitig, im Einsatz.
Auf Einsatzlagen dieser Größenordnung kann man sich nicht vorbereiten. Vor allem sind sie nicht allein zu bewältigen. Wir sind dankbar für die große Unterstützung aus dem gesamten Rhein-Main Gebiet. Sowohl Feuerwehren, Hilfsorganisationen, THW und die Polizei haben Hand in Hand gearbeitet, um diese Großschadenslage zu bewältigen. Jedes Rädchen hat ineinandergriffen und jeder an seiner Stelle war für den Einsatzerfolg wichtig. Es ist immer wieder beeindruckend, wieviele Einsatzkräfte in unserer Region in kurzer Zeit mobilisiert und dann gemeinsam zum Wohl der Bevölkerung in den Einsatz gebracht werden können.
Wir sind unfassbar stolz auf unsere Einsatzkräfte! Durch die lange Einsatzdauer, den immer wieder drehenden Wind, die hohen Temperaturen und dem teilweise sehr schwierigen Gelände waren diese extrem gefordert. Sie sind in großer Zahl bis an den Rand der Erschöpfung und zum Teil darüber hinaus im Einsatz gewesen! Sowohl in der Hochphase des Einsatzes am Montag und Dienstag, als auch immer wieder in den folgenden Tagen zu Nachlösch- und Aufräumarbeiten. DANKE!
Auch aus der Bevölkerung, von Vereinen und Unternehmen wurde uns unglaublich viel Unterstützung, Hilfe und Zuspruch zuteil. Hier sagen wir ganz herzlich Dankeschön! Derzeit verschaffen wir uns noch einen Überblick darüber und werden in einem separaten Beitrag darauf eingehen.
Alles in allem sind wir unfassbar froh, dass wir alle gemeinsam diese Großschadenslage bewältigen und Schlimmeres für unser Rodenbach verhindern konnten, ohne dabei ernsthafte Verletzungen von Einsatzkräften oder Bevölkerung beklagen zu müssen!







